[HBF] Kratzig-bitteres Bier: Diacetyl oder was?
daniel at rinck.de
daniel at rinck.de
Don Mai 16 23:44:04 CEST 2002
Hallo Braufreunde,
On 15 May 2002 at 15:39, Gregor Zellmann wrote:
> mein Beileid zu deinem Diacetyl Problem. Ist mir selber noch
> nicht passiert, dass der Geschmack so unerträglich dominant
> war, dass das Bier beinahe untrinkbar war. Hatte aber mal
> etwas Diacetyl in einem Kölsch. Mir hat's nicht geschmeckt,
> aber meinen Freunden ist das nicht einmal aufgefallen...
langsam fängt mich das Diacetyl-Thema an zu interessieren. Leider
aber aus einem ehrer traurigen Grund: Mein letztes Bier ist mir
missglückt.
Eigentlich hätte es ein herbes Kölsch werden sollen. Mit Huberts
Excel-Tabelle habe ich eine Bittere von 31 IBU errechnet. Es
sollte nicht zu stark werden, also habe ich die Anstellwürze auf
11°P eingestellt. Ein richtiges Sommerbier also...
Leider kam alles anders:
Die erste Verkostung nach ca. 2 Wochen war sehr ernüchternd.
Farbe und Schaum ist eigentlich noch OK, obwohl es etwas heller
und klarer sein müsste. Aber es hat einen unangenehmen, kratzig
bitteren Geschmack der lange anhält. Es ist aber weder sauer,
noch schmeckt es pappig oder nach Sellerie.
Zuerst dachte ich an eine Infektion. Die Gährung verlief
ausgesprochen schnell (knapp zwei Tage). Beinahe hätte ich den
Zeitpunkt zum Grün-Schlauchen verpaßt (4.3°P). Irgendwie habe ich
aber Zweifel. Ein Bier ist mir zwar noch nicht verdorben, aber
Würze, die ich als Speise aufheben wollte. Das ist völlig anders.
Kann es der Hopfen sein? Ich hatte erstmals sehr starken
Bitterkopfen (Taurus, 14% Alpha) direkt nach dem Würzbruch
zugesetzt. Kurz vor Kochende hatte ich noch etwas Saazer
Aromahopfen zugegeben. Der kann eigentlich nicht Schuld sein, da
ich ihn schon öfters verwendet hatte. Hat jemand Erfahrung mit
Taurus?
Bzgl. Hefeflecken oder Hopfenharze im Gärschaum ist mir nichts
außergewöhnliches aufgefallen. Ohne jetzt an die Diskussion vom
Frühjahr anknüpfen zu wollen: Ich hebe die Flecken anfangs ab,
lasse die Gärdecke aber weitgehend unversehrt.
Ich habe keine Ahnung, was ich falsch gemacht hatte. Während des
Brauens hatte ich sogar das Gefühl, dass es ein besonders
gelungenes Bier werden würde. Allerdings glaube ich, dass mir der
Geschmack der Würze nach dem Hopfenkochen bereits etwas
merkwürdig vorkam. Ich bin mir aber nicht mehr ganz sicher.
Übrigens: Natürlich konnten die Brüden beim Kochen die ganze Zeit
gut abziehen. Von daher dürfte es also auch nicht kommen.
Kann es Diacetyl sein. Ich habe keine Ahnung davon. Schmeckt
Diacetyl kratzig-bitter?
Das Bier ist mittlerweile 6 Wochen alt und der Geschmack hat sich
nicht verbessert. Der Schaum ist etwas großporig, das kann aber
daran liegen, dass ich mir keine Mühe mehr bzgl. Konditionierung
gemacht hatte.
Viele Grüsse
Daniel