[HBF] Re: Milchbehaelter, Gasheizung, Hockerkocher, Paellabrenner

Dornacher Miklos m.dornacher at eudoramail.com
Mit Nov 6 11:41:06 CET 2002


Hallo Rolf, hallo Hausbrauer,

Ich habe dein Bericht ueber dein Milchbehaelter gelesen.
Da ich mich auch viel mit Brauanlagebau beschaeftigt habe, bin ich an Bilder von dein Milchgefaess interessiert.
Es scheint eine sehr interessante Loesung  fuer eine Sudpfanne zu sein.

Hab ich es richtig verstanden, es ist auch am Boden isoliert ?
... wie willst du es dann mit ein Gasbrenner heizen?
Du musst dann den unteren Teil der Isolation abtrennen ?!


Ich bin kein Heiztechniker, und braue auch nicht mit Gas.
Ich kann aber ueber einiger Erfahrungen von Freunde, sowie ueber das Resultat einige persoenliche Recherchen berichten, da ich mich mit die Problematik der Gasheizung etwas beschaeftigt habe wegen unseren neuen Brauanlageprojekt.


Ich habe ein Freund der sich eine Brauanlage aus alten Oelfaessern (Edelstahlversion) gebaut hat. Er hat es eine zeitlang als Maische/ Wuerzepfanne benutzt, ohne die Seitenwaende zu isolieren. Dazu hat er den Fass einfach auf drei Ziegelsteine gestellt, und ein Paellabrenner daruntergeschoben.
Nach ein paar Monaten erfolgreiches Bierbrauen hat er sich entschlossen die Seitenwaende seines Oelfasses zu isolieren, um den Waermeverlust zwischen die Heizphasen zu vermindern, und um Gas zu sparen.
Als er seine neue isolierte Sudpfanne in Betrieb nahm, stieg unerwarteter weise sein Gasverbrauch merklich. Die Heizphasen verlaengerten sich, dafuer musste et viel weniger Nachheizen um die Rasttemperaturen zu halten. Ausserdem hatte er noch Probleme mit das Anbrennen der Isolation am unteren Rand des Kessels, wegen die heisse abgase vom Brenner. 
Mein Freund rechnete dann aus, dass es NUR 30% ! der Heizenergie in die Wuerze/ Maische gelangen !!! (Als Vergeich hat unser Elektro-Sudkessel eine Effizienz von >95%.!)


Wir haben dann die Resultate des gescheiterten Kessel-Isolierungsexperimentes diskutiert : 

1. Die verlaengerten Heizphasen, verbunden mit die Erhoehung des Gasverbrauches ist warscheinlich mit die verminderte Heizflaeche verbunden. Die Seitenwaende des Kessels waren durch die aufsteigende heisse Brenngase auch gewaermt, was zu eine hoehere Heizeffizienz fuhr als in die isolierte Version. Durch die Isolation der Seitenwaende, ist eine relativ grosse Heizflaeche verlorengegangen. Als Heizflaeche diente jetzt nur noch der Kesselboden,  welches in diesem Fall eine relativ kleine Flaeche hatte, bei die Oelfass-Proportionen, welches relativ schmal und hoch war. Dazu kommt dass in die unisolierte Version die heisse Brenngase besser ausgenutzt wurden, indem sie mehr Waerme an den Kessel abgegeben hatten, bevor sie in die umgebende Luft entweichten. 
Kurzgesagt kann man sagen dass es beim nicht isoliertem Kessel, von den verbrauchten Energie, mehr in die Pfanne (Maische/ Wuerze) endete als in die isolierte Version. 

2. Die Verwendung eines Paella-Brenners verschlechterte nochmals die Effizienz, da die Aussere Brenner-Ringe, obwohl sie noch weit  unter den ausseren Rand des Kessels befanden, nur wenig zur Kesselheizung beitrugen. Die davon entweichende heisse Brenngase hatten keine zeit um ihre Energie an den Pfannenboden abzugeben, weil sie  vom  Luftzug mitgerissen sind, und  dadurch vorwiegend die Isolation, Kesselmantel und umgebende Luft heizen, als den Inhalt des Kessels.
Wegen diesen Grund denke ich dass ein Paella-Brenner von der Heizeffizienz her sicher schlechter als ein Hockerkocher ist. Mann muss sicher mit einen Erhoehten Gasverbrauch rechnen, wenn man nicht einen sehr, sehr breiten Kessel darueber stellt. Vielleicht sollte der Kessel etwa zweimal breiter sein als der Paella-Brenner...  ?
Einziger Vorteil des Paella-Brenners: Anbrenngefahr der Maische ist stark vermindert wegen die bessere Waermeverteilung.
Fazit: Beim wahl des Brennerdurchmessers, waehlt man ein Kompromiss zwischen Waermeverteilung (Anbrenngefahr) und Effizienz (Gasverbrauch).

3. Ein Isolierter Kessel hat einen Kleineren Waermeverlust wahrend die Rastzeit als eines dass nicht isoliert ist. Man koennte daher denken dass dieser Aspekt eine Isolation rechtfertigen wuerde. Aber es sieht so aus dass die gesamte Energiebilanz trotzdem eine nicht-Isolation befuehrwortet, auch wenn man waehren eine Rast ab und zu etwas nachheizen muss...
Es scheint paradoxal, aber beim Isolierten Kessel wurde pro Sud mehr Gas verbraucht als in den nicht isolierten ! 

Bemerkung:
Alle diese Informationen beziehen sich auf einen Gasbeheizten 150 l Oelfass, dass relativ hoch ist und schmal. Bei anderen Proportionen und Volumen koennen sich die Daten viel Aendern, da die Flaechen/volumenratio sich auch aendert, sowie die untere verfuegbare Heizflaeche (Kesselbodenflaeche).
Ausserdem wurde es immer innen, in einem Raum gebraut, wo es kein Wind gab. In eine windige Stelle koennen sich die Daten nochmals aendern, da sie heizende Brenngasgase vom wind weggeblasen werden. Eine unisoliertes Kesselwand wird durch den Wind sehr stark gekuehlt (In diesem Fall ist es vielleicht besser es zu isolieren !).


Wie sieht dann die Heiztechnisch optimale Loesung aus ? (mit Gasheizung)

Rein Theoretisch:
Bei Gasheizung waere die theoretische maximale Effizienz dann erreicht (in die Praxis ist es nicht moeglich) wenn die Brenngase des Brenners ihre ganze Waermeenergie an das Medium (Maische/Wuerze) abgeben koennten. Es waere dann erreicht, wenn die in die Atmosphaere entweichende Brenngase max. die gleiche Temperatur haetten als das Medium.
Um sich an diese nicht erreichbare ideale Situation an zu naehern, muesste die Heizflaeche so gross wie moeglich sein, und der Weg der Brenngase entlang des Kessels so lang wie moeglich sein, um den waermeaustausch maximal zu foerdern, in dem  man  ihr Zeit und austauschflaeche gibt um stattzufinden zu koennen.

In die Praxis:
-Der Kessel sollte eine moeglichst grosse austauschflaeche haben, im verhaeltniss zum Inhaltvolumen. (meistens steht dies im wiederspruch mit die interessen der Behaelterbauer die genau das Gegenteil erreichen wollen indem sie die Aussenflaeche im Verhaeltniss zum Volumen minimisieren wollen um um an das Material zu sparen.)
-Paella Brenner meiden (gute Waermeverteilung, aber sehr schlechte Effizienz)
-Hockerkocher verwenden (Hohe effizienz, aber  anbrenngefahr beim maischen...deshalb ruhren!)
-Beim heizen sollte der Kessel nicht isoliert sein (abnehmbare Isolation ?)
-Wahrend die Rastzeit sollte der Kessel isoliert sein (anbringbare Isolation ? + Deckel)
-An eine windgeschuetzte Stelle brauen (Braulokal)


Abnehmbare Isolation ?
Wenn  man keine abnehmbare Isolation moechte, koennte man eine etwas komplizierte Konstuktion vorstellen, mit einen doppelten Kesselwand wo die Brenngase zwischen die Doppelwand hochsteigen wuerden um dann oben durch eine schliessbare Oeffnung im Kamin gelangen wuerden.
Die Aussenwand waere dann mit eine schicht Steinwolle isoliert (nicht Brennbar).

Wahrend die Heizphase oeffnet man die Oeffnung zum Kamin, dadurch steigen die heisse Brenngase zwischen die Doppelwand hoch und heizen die Seitenwaende des Kessels.

Waehrend die Rast schliesst man die Oeffnung zum Kamin, wodurch die Heissluft nicht mehr aus den Doppelwandspalt, zum Kamin entweichen kann. Der Luftspalt und die aussere Isolation minimisiert den Waermeverlust, genau so wie in eine Thermosflasche.

Diese Konstruktion habe ich noch nicht realisiert, da handelt es sich nur um ein Projekt.
Vielleicht hat aber jemand eine Meinung dazu...oder es gibt jemanden eine neue Idee...



Salut !

Nicolas Dornacher





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