[HBF] Re: [HBF] Brauen mit Kräutern 2.

Burkhart Schaffrath Schaffrath at gdv.com
Don Jan 31 12:26:56 CET 2002


Hallo Alle!

Zu Thomas:

>Hat mich doch noch gefreut, dass ich nicht alleine dastehe mit dieser
>"Retro-Innovation".

Mich auch :-). Dachte schon ich wäre allein in Deutschland...

>Eine Frage an Burkhart: Sammelst Du die Kräuter selber, oder hast Du
>eine gute Bezugsquelle? (Wenn möglich im Internet)

Unterschiedlich. Aber eigentlich gibts die Kräuter auch alle in der 
Apotheke oder Drogerie!

>Verwendest Du immer die gleiche Gruit-zusammensetzung, oder ist das
>einfach die Beste, die Du versucht hast?

Ich bin noch im Experimentalstadium, diese Gruit war schon sehr gut, am 
Anfang war das Salbei und Alantaroma sehr stark, mittlerweile ist es 
erheblich ausgeglichener (eingebraut am 2.12.2001). Allerdings würde ich 
jetzt etwa 10g Salbei weniger nehmen...

>  Woher hast Du das Rezept?

Tja, ich habe mich intensiv damit auseinandergesetzt. Meine Hauptquellen 
ware eigentlich im Netz. Außerdem verfüge ich über einige Kenntnisse 
mittelalterliche Alltagslebens...

Hier ein paar spannende Links:

Brewing Botanics  (Sehr gute Auflistung)
http://steinfillers.com/botanicals.htm

Recreating Medieval English Ales (Sehr gute Einführung)
http://www-2.cs.cmu.edu/~pwp/tofi/medieval_english_ale.html

SCA-Seite zum Thema Brauen
http://sca_brew.homestead.com/

daraus zum Thema "Gruitbier"
http://sca_brew.homestead.com/Gruit.html

Zur Geschichte des Bieres
http://www.der-mit-dem-pfeil-schiesst.de/Bibliothek/Bier/bier.html

>Zu Michaela: Die Kräuter die verwendet wurden, sind meist
>antibakteriell, von da her ist der Einsatz von Hopfen nicht unbedingt
>zu rechtfertigen.(was zu beweisen wäre)

Dem ist nichts hinzuzufügen. Und das ist auch schon bewiesen (AFAIK).

>Die höheren Preise bei Gruit- als bei Hopfenbieren hatte wahrscheinlich
>mit der Besteuerung von Gruit zu tun, darum war der Einsatz von Hopfen
>in UK Anfangs auch verboten.

Ja. So war in Köln z.B. Hopfenbrauen garnicht gerne gesehen, da das 
Gruitrecht in den Händen des Erzbischofs lag, der sich daß natürlich 
bezahlen ließ....

>Der Sumpfporst wird durchaus in der Pflanzenheil-
>kunde, und auch der Homöopathie eingesetzt.

Hm, über Sumpfporst habe ich auch schon nachgedacht. Allerdings sollte man 
die Verwendung einer Pflanze in der Homöopathie niemals als Grundlage für 
die Bewertung ihrer Giftigkeit verwenden!! In der Homöopathie werde 
normalerweise Verdünnungen benutzt, die jenseits der Nachweisgrenze liegen!

Hast Du eine Quelle für Gagel (Myrica gale)? Den gibt's bei uns nämlich 
nicht, allerdings werde ich mir eine Pflanze für den Garten besorgen.
Was mir noch fehlt ist Chrysanthemum balsamita (Marienblatt, Frauenminze), 
für die ich wahrscheinlich auch noch ein Plätzchen im Garten brauche.

Zu Phillip:

>**Nö. Das Reinheitsgebot war ja auch eigentlich eine politische
>Entscheidung....**
>
>Erzähl

Da müsste ich jetzt ein paar Quellen wälzen, momentan habe ich aber keine 
Zeit dafür.
In jedem Fall war es nicht ausschließlich als Beitrag zur Volksgesundheit 
gedacht.

Zu Georg:

>Nur sollte man sich über toxikologische Eigenschaften mancher Kräuter
>genau im klaren sein.
>
>Über die Ingredienzien von Burkhart Schaffrath konnte ich nichts
>Bedenkliches recherchieren, aber:
>Lieber Thomas Rohner, das mit dem Sumpfporst würde ich mir genau
>überlegen.

Naja, man sollte sich natürlich die entsprechende Sachkenntnis zulegen!
Gesunder Menschenverstand hilft auch. Allerdings muß man bei der Wahl der 
Quelle auch vorsichtig sein, ich habe schon die schlimmsten 
Verharmlosungen/Verteufelungen gelesen!

Grundsätzlich gilt aber: Was im Gewürzregal oder Teeregal steht ist 
i.d.Regel ungefährlich.



Gruß Burkhart

Honi soit qui mal y pense!
(Motto des Hosenbandordens)
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